Ratgeber · Aktualisiert am 3. Oktober 2026
Chinesische Autos: Die wahren Kosten in der Schweiz (Zoll, MWST, Homologation) — 2026
Die Schweiz ist einer der günstigsten Märkte Europas für chinesisch designte Autos. Sie hat per 1. Januar 2024 ihre Zölle auf Industrieprodukte, Autos inbegriffen, aufgehoben, erhebt auf Elektrofahrzeuge aber eine Automobilsteuer von 4 % auf den Einfuhrpreis, zusätzlich zur Mehrwertsteuer von 8,1 %. Die Europäische Union erhebt auf chinesische batterieelektrische Fahrzeuge den ordentlichen Einfuhrzoll von 10 % zuzüglich Ausgleichszöllen von rund 7,8 % bis 35,3 % je nach Hersteller (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754). Ergebnis: eine wachsende Markenauswahl, bereits etablierte offizielle Importeure und Preise ohne den europäischen Zuschlag. Hier sehen Sie, was ein chinesisches Auto in der Schweiz tatsächlich kostet.
Zoll und MWST: Warum die Schweiz unschlagbar ist
Die Schweiz erhebt keine Zölle mehr auf chinesische Autos. Ausserhalb der EU und seit 2014 durch ein Freihandelsabkommen mit China verbunden, hat sie zudem per 1. Januar 2024 alle Industriezölle abgeschafft. Es bleiben zwei Abgaben: die Automobilsteuer von 4 % auf den Einfuhrpreis, der auch Elektroautos unterliegen, und die Mehrwertsteuer von 8,1 %.
Die Europäische Union erhebt auf in China hergestellte batterieelektrische Fahrzeuge den ordentlichen Einfuhrzoll von 10 % zuzüglich Ausgleichszöllen von rund 7,8 % bis 35,3 % je nach Hersteller (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754), vor der Mehrwertsteuer des Lieferlandes. Dieses Gefälle macht die Schweiz für Elektroautos chinesischer Konzeption günstig; der tatsächliche Preisunterschied zu Frankreich oder Deutschland hängt jedoch vom jeweiligen Modell und von der Preispolitik des Importeurs ab.
Homologation: Europäische Modelle, nicht chinesische
Chinesisch in der Schweiz zu kaufen bedeutet nicht, ein Fahrzeug mit chinesischen Spezifikationen zu bestellen: Die hier verkauften Modelle sind für Europa homologiert, mit Herstellergarantie und lokalem Servicenetz. Die Ladeanschlüsse sind vom Typ CCS (europäischer Standard), die Infotainmentsysteme sind auf Französisch, Deutsch oder Italienisch, und die Fahrzeuge erfüllen die Sicherheitsanforderungen der europäischen Homologation.
Vermeiden Sie direkte Parallelimporte aus China: Fahrzeuge mit chinesischen Spezifikationen (GB/T-Ladeanschluss, Mandarin-System, Einzelhomologation) sind teuer nachzurüsten und erschweren Garantie und Wiederverkauf. Offizielle europäische Modelle haben keine dieser Probleme.
Die tatsächlichen Preise 2026: Vom Stadtauto bis zum Luxus-SUV
Einige geprüfte Listenpreise: JAC e-JS1 ab CHF 12'989 (das günstigste neue Elektroauto unseres Vergleichs), Leapmotor T03 ab CHF 16'990, BYD Dolphin Surf ab CHF 20'990, Leapmotor B10 ab CHF 29'900, MG4 Electric ab CHF 33'490, Zeekr X ab CHF 37'990, MG IM5 ab CHF 41'990 mit 655 km Reichweite, XPeng G6 ab CHF 43'600, BYD Seal ab CHF 49'990, Zeekr 7X ab CHF 53'990.
Dies sind die Preise, die die offiziellen Schweizer Importeure angeben. Prüfen Sie vor dem Kauf immer den aktuellen Preis im Konfigurator der Marke und vergleichen Sie bei gleichwertiger Ausstattung und Reichweite.
Garantien und Netz: Was enthalten ist
Die Garantiedauer hängt von Marke, Modell und Bauteil (Fahrzeug, Batterie, Motor) ab: Prüfen Sie sie vor dem Kauf auf der Markenseite und beim Importeur. Offizielle Importeure – BYD Switzerland (direkte Tochtergesellschaft), MG Motor Switzerland, Astara Longbridge (Maxus), Emil Frey (Zeekr), Leapmotor Switzerland (Netz Stellantis / Emil Frey), Hedin Distribution (XPeng), NOYO (Voyah, M Hero), JAC Schweiz – bieten Probefahrten, Lieferung, Wartung, Teile und Garantieabwicklung.
Diese Netze sind bereits etabliert; ihre Dichte hängt von Marke und Region ab, deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf den nächstgelegenen Servicepunkt zu ermitteln. Die Wartung erfolgt nach dem Herstellerplan im offiziellen Schweizer Netz – die Intervalle bei chinesischen Elektroautos sind in der Regel weit auseinander und kostengünstig.
Fallstricke, die Sie vermeiden sollten, um nicht mehr zu bezahlen
Vermeiden Sie direkte Parallelimporte aus China: Fahrzeuge mit chinesischen Spezifikationen (GB/T-Ladeanschluss, Mandarin-System, Einzelhomologation) sind teuer nachzurüsten und erschweren Garantie und Wiederverkauf. Offizielle europäische Modelle haben keine dieser Probleme.
Überprüfen Sie den Markenstatus: Einige (NIO, Firefly, Hongqi, GWM Ora) verkaufen noch nicht offiziell in der Schweiz – Sie müssen über ihre europäischen Märkte gehen. Andere, wie Aiways, haben eine reduzierte Aktivität; Vorsicht ist bei der Teileverfügbarkeit geboten.
Vergleichen Sie schliesslich den Restwert: Er verbessert sich schnell mit steigender Bekanntheit, bleibt aber unter jenem etablierter Marken. Leasing mit garantiertem Rückkaufswert neutralisiert dieses Risiko.